Friday, August 16, 2013

Kuba

Kurz vor unserer Heimkehr möchten wir hier noch unsere Eindrücke von Kuba verarbeiten. Am 24. Juli kamen wir mit hohen Erwartungen und dem Ziel, die ganze Insel zu bereisen, hier an. Leider hat sich Kuba für uns jedoch als sehr kompliziert, nervenaufreibend, unglaublich heiss und gar nicht so schön entpuppt. Von insgesamt 25 Tagen haben wir 11 in Havanna und 8 in Resorts am Strand verbracht und haben eigentlich nur den Westteil der Insel bereist. Natürlich haben wir auch viel Schönes gesehen, gerade Havanna gefällt uns sehr gut. Vielleicht sind auch einfach Bolivien und Peru schwierig zu toppen.

Über den Anden
Eigentlich wollten wir nur 4 Tage in Havanna verbringen, mussten dann aber länger bleiben, da Michi schon am ersten Tag sein Visum verloren hatte und da alle staatlichen Stellen für ein paar Tage im Urlaub waren. Allerdings waren wir auch am Tag 6 erfolglos und reisten in der Folge ohne Visum weiter. 
Die ganze Altstadt Havannas befindet sich im Zerfall, vielleicht besteht gerade darin der Reiz der Stadt.
Am Malecon, eine Art Quai am Meer, wo sich abends halb Havanna trifft.

Kubanisches Fahnenmeer

Kathedrale in Havanna

Auf unserem Balkon in Havanna

Blick auf die Altstadt Havannas

Castillo El Morro
Von Havanna gelang es uns, bis nach Viñales vorzustossen - die fast unlösbare Aufgabe bestand im Kauf eines Busbillets und nahm mehrere Tage in Anspruch. In Viñales radelten wir etwas mit alten Göppeln herum und besuchten verschiedene Höhlensysteme mit Tropfsteinen, unterirdischen Flüssen, Fledermäusen und allem was dazugehört. 

In den Cuevas Santo Tomás nahe Viñales

Kubanische Mojitos (in der Schweiz sind sie besser!)
Von Viñales mussten wir zurück nach Havanna, um eine Geldsendung für Lena abzuholen. Wir waren ganz erstaunt, als dies tatsächlich klappte. Nach einem Ausflug an die Playas del Este nahe Havanna fuhren wir dann nach Trinidad, wo wir zuerst ein paar Tage am Strand und dann noch ein paar weitere Tage in der Stadt verbrachten. Trinidad liegt in einem Gebiet, das früher von der Zuckerproduktion lebte. Die Altstadt besteht aus den kolonialen Palästen der früheren Zuckerbarone und wirkt heute seltsam verlassen, eher wie ein Open Air-Museum als wie eine lebendige Stadt.

Zerfallene Kirche in Trinidad

Trinidad
Im Valle de los Ingenios
Vor unserer Rückkehr nach Havanna verbrachten wir noch einige Tage in Varadero, der Hochburg des All-Inclusive-Tourismus. Da hier die Hauptsaison im Winter ist, waren Hotel und Strand jedoch gar nicht überfüllt und es war ziemlich friedlich.

Schwiizer schwitzen in der Hitze
Blick vom Hotelbalkon in Varadero

Tuesday, July 23, 2013

Arequipa - Ica - Lima

Von Aguas Calientes fuhren wir einen ziemlichen Umweg über Santa Teresa, um dem teuren Touristenzug zu entkommen. In Santa Teresa gibt es das schönste Thermalbad der Welt, direkt in den Fels hinein gebaut, mit Duschen unter dem Wasserfall. Leider kein Foto. Von Santa Teresa nach Cusco muss noch einmal ein ziemlich hoher Pass (4900m) überquert werden. Vor der Weiterfahrt nach Arequipa verbrachten wir nochmals eine Nacht in Cusco, wo wir uns noch mit Lenas Freundin Cristina zum Kaffee trafen.

Abfahrt vom Abra Malaga
Weltbewegende Nachrichten in der peruanischen Zeitung
Von Cusco fuhren wir mit einem Nachtbus in die sogenannte Ciudad Blanca de Arequipa. Unsere beiden Reiseführer nennen zwei verschiedene Begründungen für diesen Namen: die weissen Häuser im Zentrum der Stadt oder die hellhäutige Bevölkerung. Wenn man Arequipa mit den anderen Städten vergleicht, die wir bis jetzt gesehen haben, erscheinen beide Begründungen plausibel.
Highlight unseres Aufenthaltes in Arequipa war der nächtliche Besuch des Klosters Santa Catalina, das während 300 Jahren von der Aussenwelt abgeschottet war und erst seit etwa 40 Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Klosterleben war hier vor allem zu Anfangszeiten sehr luxuriös, die reichen spanischen Nonnen hielten sich jeweils etwa vier Leibsklaven.

Strasse im Kloster Santa Catalina 

Von Arequipa aus besuchten wir den Colca Canyon, einen der tiefsten Canyons der Welt (doppelt so tief wie der amerikanische Grand Canyon). Besonders beeindruckend fanden wir neben dem Canyon vor allem die Kondore, die sich aus nächster Nähe beobachten lassen.

Ein anhänglicher Hund (Simón) wollte mit uns auf allen Fotos posieren...
...und folgte uns schliesslich bis vor die Türe unseres Hostals. 
Kondor im Colca Canyon
Mit dem Bike fuhren wir zum Mirador "Cruz del Condor",
ziemlich anstrengend bei einer Starthöhe von 3300m ü.M.
Von Arequipa erfolgte der nun doch langsam herbeigesehnte Abstieg bis auf Meereshöhe. Endlich wieder genügend Sauerstoff. Leider wird die peruanische Küste vor allem im Winter sehr oft vom Garúa heimgesucht, einem ziemlich hartnäckigen Nebeldeckel, der durch die kalte Meeresströmung verursacht wird. Auch wir sahen die Sonne eher selten.

In La Punta, Camaná. Zum Baden war das Wasser zu kalt.
Vom Meer fuhren wir dann noch einmal etwas landeinwärts nach Ica, wo wir die Oase Huacachina besuchten, eine Art Touristenresort mitten in der Wüste. Die Dünen um die Oase herum sind bis zu 100m hoch und ihre Besteigung ist eine ziemliche Plackerei. Für Faule gibt es Buggy-Touren, wir entschieden uns dagegen und mieteten dafür ein Sandboard, um von der Düne runterzufahren.

Michi beim Abstieg von einer Düne.
Auf der Fahrt nach Pisco passierte dann das, was wir uns im Vorfeld unserer Reise manchmal ausgemalt hatten, was uns aber unterdessen nur noch wenig Sorgen bereitet hatte: Ein bösartiger Räuber überfiel uns. Sein Trick war folgender: Er kippte in der Sitzreihe hinter uns eine halbe Flasche Wasser um, so dass der ganze Boden nass wurde. Weil wir unsere Rucksäcke zwischen den Beinen hatten und diese nun von unten durchnässt wurden, bot er uns freundlichst an, die Rucksäcke in der Gepäckablage über den Sitzen zu verstauen. Wir dachten uns zuerst nichts dabei und bedankten uns noch bei ihm - bald dämmerte uns jedoch, dass dies vielleicht keine so gute Idee gewesen war. Eine Kontrolle unserer Rucksäcke bestätigte dann unser schlechtes Gefühl: In Lenas Rucksack fehlten zwei Portemonnaies, ihr Handy und ihr E-Reader. Der Dieb hatte den Bus natürlich längst schon verlassen. Es folgte grosse Aufregung, Sperrung aller Karten per SMS mit Michis Familie (Telefonieren funktionierte in diesem Moment natürlich nicht: "Movistar le informe que su telefono está bloqueado") und eine ziemlich Fluchtirade. Doch wir hatten auch Glück, zumindest waren Pass und Kamera Lenas vorhanden.

Hochoffizielles Phantombild des Täters.
Trotz allem ging die Reise natürlich weiter und wir fuhren noch am gleichen Tag bis Paracas. Von Paracas aus machten wir einen Bootsausflug zu den Islas Ballestas, wo wir Seelöwen, Pinguine, Pelikane und andere komische Vögel beobachteten.

Islas Ballestas 
Seelöwenkolonie mit Macho-Männchen (12 Frauen).
Die Seelöwen sangen Matrosenlieder.
Letzte Destination in Peru war für uns Lima. Lima gilt als nicht besonders sehenswert, wir fanden Lima hingegen super, besonders auch assen wir so gut wie nie zuvor auf dieser Reise. Wir hatten aufgrund des Diebstahls aber auch noch einiges zu erledigen. Einen neuen E-Reader fanden wir nicht (ist wohl zu wenig laut und bunt), hingegen ein günstiges Tablet für Lena. Während VISA und Post uns keine neuen Karten zuschicken wollten, war Travelcash zuverlässiger und wir konnten auf der Schweizer Botschaft eine neue Karte holen (und die Weltwoche lesen).

Am Meer in Lima.
Causa verde, mmmmmh! Anmeldungen für ein Causa-Essen
bei uns können ab sofort eingereicht werden.

Sunday, July 7, 2013

La Paz - Copacabana - Cusco

Von Uyuni fuhren wir nach La Paz, in die faktische Hauptstadt Boliviens. Mit dem bisherigen Bolivien ist La Paz nicht wirklich vergleichbar, alles ist viel geschäftiger und grösser. Besonders beeindruckend ist die Stadttopographie, das Stadtgebiet liegt zwischen 3100 und 4100 m ü.M..

Rundumblick auf La Paz vom Mirador Killi Killi.
 
In La Paz wird der Verkehr von Zebras geregelt (kein Witz)!
Letzte Station in Bolivien war der Wallfahrtsort Copacabana am Titicacasee, seinerseits Namensgeber der berühmteren Copacabana in Rio de Janeiro. Von Copacabana aus besuchten wir die Isla del Sol, auf der nach Inka-Mythologie der erste Inka in die Welt gesetzt wurde.

Bucht auf der Isla del Sol.

Am Wandern auf der Isla del Sol.

Einsamer Baum im Titicacasee.

Bern ist überall!

Wir haben für eine neue Wohnung gebetet!
Von Copacabana fuhren wir über die peruanische Grenze nach Cusco. Cusco war die Hauptstadt des Inkareichs und ist heute die peruanische Touristenhauptstadt. Rund um die Stadt sind zahlreiche Ruinen zu besichtigen.

Plaza de Armas in Cusco.

Statt zu beten sollten die Fahrer eher öfter bremsen.

Im Hipster-Viertel Cuscos.

Der Aufstieg zu den Ruinen Pisacs war nervenaufreibend.

Es ging aber auch wirklich überall steil runter!

Terrassen bei Pisac. Im Sommer wird hier Quinoa angebaut.

Festungsmauern bei Sacsayhuamàn (oder "sexy woman", wie man  hier sagt)
Um von Cusco nach Machu Picchu zu gelangen, ist man auf die teuren Züge von PeruRail angewiesen, da es keine Strassenverbindung gibt. Im Zug wird man mit peruanischer Musik berieselt, kriegt Getränke serviert und kann natürlich auch Souvenirs wie Karten, Hüte und Safari-Gilets kaufen. Der unterhalb Machu Picchus liegende Ort Aguas Calientes, oder "Machu Picchu Pueblo", wie er unterdessen heisst, ist ein ziemlicher Ablöscher. Um 6 Uhr morgens fahren wir mit einem der ersten Busse nach oben - und sind bei weitem nicht die ersten.

Erster Blick auf Machu Picchu.

Die Menschentraube links wurde aus ästhetischen Gründen entfernt.

Rundumblick mit Huaynapicchu (Berg links).

Sonnenaufgang

Tuesday, June 25, 2013

Potosí - Tupiza - Uyuni

Von Sucre fuhren wir mit dem Bus ins gut 1000m höher gelegene Potosí. Potosí liegt auf rund 4000m über Meer und ist damit eine der höchstgelegenen Grossstädte der Welt. Dank der grossen Silbervorkommen im "Cerro rico" war Potosí in der frühen Neuzeit eine der reichsten Städte der Welt. Heute ist Potosí zerfallen und als Stadt nicht besonders sehenswert. Wir blieben deshalb nicht länger als nötig.
Cerro rico, der Hausberg von Potosí
Von Potosí fuhren wir südwärts und abwärts nach Tupiza, nahe der Grenze zu Argentinien. Tupiza ist eine Minenstadt, die etwas an Western-Filme erinnert. Während unseres Aufenthaltes zog ein Sandsturm durch die Stadt.
Veloladen in Tupiza 
Blick auf Tupiza
Von Tupiza aus machten wir eine viertägige Jeep-Tour durchs Hochland nach Uyuni. Zusammen mit Steve aus England, Ann-Marie aus Irland, unserem Fahrer und Guide Idel und unserer Leibköchin Nilda durchfuhren wir spektakuläre Landschaften. Bilder sagen mehr als Worte.
Felsformation ausgangs Tupiza
Im kalten Hochland
Unser Toyota Landcruiser
In dieser Lagune werden Rohstoffe zur Seifenherstellung abgebaut.
Laguna Verde
Stink-Geysire
Laguna Colorada
Lamas bei der Laguna Colorada
Ein Vizcacha isst unsere Rüstabfälle
Flamingos in der gefrorenen Lagune
Bahngleis nach Chile
Den Schlusspunkt unserer Tour bildete der Besuch des Salar de Uyuni, einer 12'000km2 grossen, blendend weissen Salzwüste. Wie alle Besucher des Salar machten auch wir unsere persönlichen "fotos locos".
Angriff von Godzilla
Lena hatte wieder einmal einen Hungeranfall
Auch sonst war Lena eher aggressiv aufgelegt.
Tanzen auf der Hand.
It's cool man!
Steve "vadert" Michi
Michi gibt den Muskelprotz auf dem Eisenbahnfriedhof in Uyuni