Tuesday, July 23, 2013

Arequipa - Ica - Lima

Von Aguas Calientes fuhren wir einen ziemlichen Umweg über Santa Teresa, um dem teuren Touristenzug zu entkommen. In Santa Teresa gibt es das schönste Thermalbad der Welt, direkt in den Fels hinein gebaut, mit Duschen unter dem Wasserfall. Leider kein Foto. Von Santa Teresa nach Cusco muss noch einmal ein ziemlich hoher Pass (4900m) überquert werden. Vor der Weiterfahrt nach Arequipa verbrachten wir nochmals eine Nacht in Cusco, wo wir uns noch mit Lenas Freundin Cristina zum Kaffee trafen.

Abfahrt vom Abra Malaga
Weltbewegende Nachrichten in der peruanischen Zeitung
Von Cusco fuhren wir mit einem Nachtbus in die sogenannte Ciudad Blanca de Arequipa. Unsere beiden Reiseführer nennen zwei verschiedene Begründungen für diesen Namen: die weissen Häuser im Zentrum der Stadt oder die hellhäutige Bevölkerung. Wenn man Arequipa mit den anderen Städten vergleicht, die wir bis jetzt gesehen haben, erscheinen beide Begründungen plausibel.
Highlight unseres Aufenthaltes in Arequipa war der nächtliche Besuch des Klosters Santa Catalina, das während 300 Jahren von der Aussenwelt abgeschottet war und erst seit etwa 40 Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Klosterleben war hier vor allem zu Anfangszeiten sehr luxuriös, die reichen spanischen Nonnen hielten sich jeweils etwa vier Leibsklaven.

Strasse im Kloster Santa Catalina 

Von Arequipa aus besuchten wir den Colca Canyon, einen der tiefsten Canyons der Welt (doppelt so tief wie der amerikanische Grand Canyon). Besonders beeindruckend fanden wir neben dem Canyon vor allem die Kondore, die sich aus nächster Nähe beobachten lassen.

Ein anhänglicher Hund (Simón) wollte mit uns auf allen Fotos posieren...
...und folgte uns schliesslich bis vor die Türe unseres Hostals. 
Kondor im Colca Canyon
Mit dem Bike fuhren wir zum Mirador "Cruz del Condor",
ziemlich anstrengend bei einer Starthöhe von 3300m ü.M.
Von Arequipa erfolgte der nun doch langsam herbeigesehnte Abstieg bis auf Meereshöhe. Endlich wieder genügend Sauerstoff. Leider wird die peruanische Küste vor allem im Winter sehr oft vom Garúa heimgesucht, einem ziemlich hartnäckigen Nebeldeckel, der durch die kalte Meeresströmung verursacht wird. Auch wir sahen die Sonne eher selten.

In La Punta, Camaná. Zum Baden war das Wasser zu kalt.
Vom Meer fuhren wir dann noch einmal etwas landeinwärts nach Ica, wo wir die Oase Huacachina besuchten, eine Art Touristenresort mitten in der Wüste. Die Dünen um die Oase herum sind bis zu 100m hoch und ihre Besteigung ist eine ziemliche Plackerei. Für Faule gibt es Buggy-Touren, wir entschieden uns dagegen und mieteten dafür ein Sandboard, um von der Düne runterzufahren.

Michi beim Abstieg von einer Düne.
Auf der Fahrt nach Pisco passierte dann das, was wir uns im Vorfeld unserer Reise manchmal ausgemalt hatten, was uns aber unterdessen nur noch wenig Sorgen bereitet hatte: Ein bösartiger Räuber überfiel uns. Sein Trick war folgender: Er kippte in der Sitzreihe hinter uns eine halbe Flasche Wasser um, so dass der ganze Boden nass wurde. Weil wir unsere Rucksäcke zwischen den Beinen hatten und diese nun von unten durchnässt wurden, bot er uns freundlichst an, die Rucksäcke in der Gepäckablage über den Sitzen zu verstauen. Wir dachten uns zuerst nichts dabei und bedankten uns noch bei ihm - bald dämmerte uns jedoch, dass dies vielleicht keine so gute Idee gewesen war. Eine Kontrolle unserer Rucksäcke bestätigte dann unser schlechtes Gefühl: In Lenas Rucksack fehlten zwei Portemonnaies, ihr Handy und ihr E-Reader. Der Dieb hatte den Bus natürlich längst schon verlassen. Es folgte grosse Aufregung, Sperrung aller Karten per SMS mit Michis Familie (Telefonieren funktionierte in diesem Moment natürlich nicht: "Movistar le informe que su telefono está bloqueado") und eine ziemlich Fluchtirade. Doch wir hatten auch Glück, zumindest waren Pass und Kamera Lenas vorhanden.

Hochoffizielles Phantombild des Täters.
Trotz allem ging die Reise natürlich weiter und wir fuhren noch am gleichen Tag bis Paracas. Von Paracas aus machten wir einen Bootsausflug zu den Islas Ballestas, wo wir Seelöwen, Pinguine, Pelikane und andere komische Vögel beobachteten.

Islas Ballestas 
Seelöwenkolonie mit Macho-Männchen (12 Frauen).
Die Seelöwen sangen Matrosenlieder.
Letzte Destination in Peru war für uns Lima. Lima gilt als nicht besonders sehenswert, wir fanden Lima hingegen super, besonders auch assen wir so gut wie nie zuvor auf dieser Reise. Wir hatten aufgrund des Diebstahls aber auch noch einiges zu erledigen. Einen neuen E-Reader fanden wir nicht (ist wohl zu wenig laut und bunt), hingegen ein günstiges Tablet für Lena. Während VISA und Post uns keine neuen Karten zuschicken wollten, war Travelcash zuverlässiger und wir konnten auf der Schweizer Botschaft eine neue Karte holen (und die Weltwoche lesen).

Am Meer in Lima.
Causa verde, mmmmmh! Anmeldungen für ein Causa-Essen
bei uns können ab sofort eingereicht werden.

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